Verpflichtende Katzenkastration

(Infos von der Homepage der Tierärtekammer unter www.tieraerztekammer.at)

Die verpflichtend vorgeschriebene Kastration soll vermeiden, dass unkastrierte Freigängerkatzen tausende ungewollte Katzenwelpen in die Welt setzen, die ein ungewisses, meist sehr leidvolles Schicksal erleiden. Schließlich können Katzen im Lauf eines Jahres zwei bis drei Mal jeweils vier, fünf Junge bekommen, die teils getötet werden oder mangels Futter und Pflege in den ersten Wochen leidvoll zugrunde gehen. Der verbleibende Rest wird meistens kaum älter als ein Jahr, weil sie von Krankheiten, Fallen, Gift, Jägern, Tierquälern und dem Straßenverkehr getötet werden.

Die zahlreichen Vorteile, die eine Kastration für das Tier mit sich bringen, stehen in keinem Verhältnis zu den Operationskosten. Männliche und weibliche Katzen streunen weniger, was ihr Risiko durch Unfälle, Jäger und Tierquäler verletzt oder getötet zu werden, deutlich senkt. Kastrierte Kater suchen keine Revierkämpfe, was weniger kampfbedingte Verletzungen und Tierarztkosten verursacht. Halter von Wohnungskatzen haben ihre Tiere schon bisher meistens kastrieren lassen, da Wohnungskater nach Eintritt ihrer Geschlechtsreife das Revier "Wohnung" mit Harnspritzern markieren, was mit einer beträchtlichen Geruchsbelästigung verbunden ist. Bei weiblichen Wohnungskatzen stellt die Kastration sicher, dass ihnen der Stress der Dauerrolligkeit und die Entstehung von hormonellen Erkrankungen (gefährlichen Eierstockszysten) erspart bleibt, die jene unkastrierte Tiere erleiden, die ihren Sexualtrieb nicht ausleben können.

Am Land gilt das Töten junger Kätzchen vielfach noch immer als Kavaliersdelikt, obwohl es nach dem Tierschutzgesetz eine strafbare Handlung ist. "Gerade dort, wo die unkontrollierte Vermehrung der Katzen am häufigsten auftritt, wurde aus rein finanziellen Überlegungen eine Ausnahmebestimmung, eine tierische Zweiklassengesellschaft geschaffen", kritisiert beispielsweise das "Veterinäramt der Stadt Wien", das hofft, dass verantwortliche Landwirte ihre Katzen trotz der heftig umstrittenen Ausnahmeregelung kastrieren lassen. Bäuerliche Betriebe wurden von der Kastrationspflicht für Katzen ausgenommen, obwohl dort das Problem nicht nur zahlenmäßig, sondern auch ethisch massiv und tierschutzrelevant ist. Schließlich werden so genannte überzählige Katzen oft einfach durch Erschlagen, Ertränken, Vergiften brutal beseitigt, so sich nicht mitleidige Menschen erbarmen, diese unerwünschten Katzen aufzunehmen.

Alles in allem ist die vom Tierschutzgesetz verpflichtend vorgeschriebene Kastration der Freigänger-Katzen als tiergerechte Maßnahme ein wichtiger Beitrag zum Tierschutz, weil sie Tierleid vermeiden hilft.